Was passiert in einer Kognitiven Verhaltenstherapie (KVT)?

Die Kognitiven Therapieverfahren gehören zu den Verfahren, die am häufigsten erforscht und am meisten eingesetzt werden. Bei den genannten Problemen sind sie sehr effektiv. Nach den Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN) ist KVT als Mittel der ersten Wahl einer medikamentösen Behandlung vorzuziehen.

Im Mittelpunkt der KVT stehen unsere Kognitionen. Kognitionen umfassen unsere Einstellungen, Gedanken, Bewertungen und Überzeugungen. Die Kognitiven Therapieverfahren gehen davon aus, dass die Art und Weise, wie wir denken, bestimmt, wie wir uns fühlen und verhalten und wie wir körperlich reagieren.
Schon die alten Griechen haben den Zusammenhang zwischen Denken, Gefühlen und Verhalten erkannt. Epictet sagte: „Es sind nicht die Dinge an sich, die uns beunruhigen, sondern unsere Sicht der Dinge“.

Im Gegensatz zur Tiefenpsychologie und Psychoanalyse starten die Kognitiven Therapieverfahren nicht in der Vergangenheit sondern im Hier und Jetzt. Unsere Einstellungen und Verhaltensmuster sind zwar in der Vergangenheit durch bestimmte Erfahrungen entstanden, aber in der Therapie geht es darum, herauszufinden, welche konkreten Einstellungen unsere momentanen Probleme verursachen bzw. wie wir in Zukunft besser leben können. Die Therapie bezieht sich auf konkrete Probleme. Sie erarbeiten gemeinsam mit dem Therapeuten neue Lösungswege. Der Therapeut ist eine Art Trainer, der Ihnen hilfreiche Wege zur Problemlösung, zur Entspannung, zum Aufbau eines positiven Selbstbildes und Lebenskonzeptes vermittelt.

Du kannst einen Menschen nichts lehren,

du kannst ihm nur helfen, es in sich zu finden.

(Galileo Galilei)

Jede Sitzung umfasst die Diskussion des momentanen Standes, die Erklärung von Zusammenhängen und die Übung konkreter Strategien. Ähnlich wie wir eine Sprache erlernen, lernen wir, besser mit uns und der Umwelt umzugehen, und neue Lösungswege zu erkennen.

Ihre aktive Mitarbeit ist dabei unerlässliche Voraussetzung. Für eine angemessene Diag­nose Ihrer Problematik, damit ein sinnvolles, auf Sie zugeschnittenes Behandlungsprogramm erstellt werden kann, bedarf es Ihrer Mitarbeit in Form von Selbstbeobachtung, Übungen oder Protokollen, um Informationen über die Eigenheiten aufzuzeigen, die wesentlich Ihr Gefühlsleben steuern und damit auch Ihr Problem verursachen.

Übungen und Hausaufgaben sind wesentliche Bestandteile Ihrer Therapie, da sie das Neu- und Umlernen fördern und den Therapieerfolg maßgeblich erhöhen. Für jede (in der Regel wöchentliche) Therapiestunde sollten Sie einen zusätzlichen Arbeitsaufwand von 2 bis 3 Stunden einplanen, um Therapiepro­tokolle anzufertigen, vorher besprochenen Hausaufgaben durchzuführen (z.B. über bestimmte Themen nachzudenken oder neue Denk- und Verhaltensweisen nach einem vorher abgespro­chenen „Drehbuch“ in Ihrem Alltag zu üben) oder Therapie-Begleitlektüre zu lesen. Durch das Verlagern solcher Inhalte aus der Therapiestunde nach Hause wird Kognitive Verhaltens­therapie so effektiv und erreicht, im Vergleich zu anderen Verfahren, das Therapieziel in so kurzer Zeit.

Erzähle mir und ich vergesse…

Zeige mir und ich erinnere mich…

Lass mich tun und ich verstehe !

Konfuzius

Als Vorbereitung auf – oder begleitend zur Therapie empfehle ich, die Internetseiten www.expertenrat.info und www.palverlag.de zu nutzen.